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Ziel der Arbeitsgruppe

Bereits aktive Präventionsakteure im Bereich der Gewalt- und Radikalisierungsprävention sollen weiter vernetzt werden und neue Impulse aus Wissenschaft, Forschung und Praxis erhalten. Ihnen soll die Möglichkeit eröffnet werden, ihre Konzepte abgestimmt und evidenzbasiert weiter zu entwickeln.

Der Fokus liegt auf einem entwicklungsorientierten Radikalisierungs-/Präventionsmodell, das sowohl auf die Einstellungs- als auch auf die Handlungsebene abzielt. Die Grundlage der Arbeitsgruppe bildet das wissenschaftliche Gutachten für den Landespräventionsrat Niedersachsen zur entwicklungsorientierten Radikalisierungsprävention (Beelmann/Lutterbach/Rickert/Sterba).

Wichtige Leitlinien für die Radikalisierungsprävention

(Beelmann/Lutterbach/Rickert/Sterba 2021: 107)

Identitätsprobleme
  • Zeit und Raum zur Erarbeitung einer reflektierten Identitätskonstruktion für junge Menschen
  • Schaffung von Zugehörigkeit und Bestätigung (bzw. Verhindern von Ablehnungs- und Diskriminierungserfahrungen)
  • Verhindern einer (rein übernommenen) einseitigen, unflexiblen sozialen Identitätskonstruktion
Erwerb extremistischer Überzeugungen und Ideologien
  • Übernahme von altersgerechten und individuell angepassten Verantwortlichkeiten für die Gemeinschaft
  • Vermittlung von universellen (Fairness, Gerechtigkeit, Gleichheit) sowie politischen Werten (Demokratie, Menschenrechte) durch Sozialisationsagenten
  • Umgang mit und Probleme von digitalen Medien (nicht technisch)
Vorurteilsstrukturen
  • Positives Erleben von Diversität einschl. positiver Kontakterfahrungen und intergruppaler Freundschaften
  • Keine übermäßige Identifikation mit und einseitige Bewertung von sozialen Kategorien (Nationalität, Ethnie, Geschlecht …)
  • Förderung von Fertigkeiten, die Vorurteilen entgegenstehen (Empathie/Perspektivenübernahme, Wertevermittlung)
Dissozialität
  • Stärkung des sozialen Lernens (einschl. der Vermittlung sozialer Regeln)
  • Konsistente Reaktion auf Regelverstöße und Verhinderung von devianter Gruppenbildung
  • Unterstützung von Hoch-Risiko-Gruppen